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Sexuelle Gewalt - keine Täter in den eigenen Reihen
Abendseminar der Bayerischen Sportjugend im Landkreis ChamKein aktueller Fall in den Jugendorganisationen bekannt. Kreisjugendring, Sportreferat des Landkreises und Bayer. Sportjugend setzen sich aber trotzdem aktiv für Vorbeugung ein.In einem Abendseminar wurden 64 Jugendleiter über das Thema informiert. Die Referentin, Sozialpädagogin Michaela Hillebrand aus Nürnberg, die selbst ein Kinder- und Jugendhaus leitet, machte zu Beginn ihrer Ausführungen deutlich, dass man genau hinschauen muss. In jedem Fall braucht man möglichst viele Informationen, um eine Sachlage beurteilen zu können. Wenn ein Kind sich einem Jugendleiter anvertraut, so muss der Jugendleiter die Sache ernst nehmen und gemeinsam mit dem Kind die weiteren Schritte planen. Dabei sollte er keine Versprechungen machen, die er nicht halten kann. Auf keinen Fall kann er Stillschweigen garantieren. Um effektiv Hilfe leisten zu können, muss in der Regel professionelle Hilfe von Beratungsstellen oder dem Jugendamt in Anspruch genommen werden.
Sexueller Missbrauch erfüllt einen Straftatbestand nach dem Strafgesetzbuch und muss in letzter Konsequenz angezeigt werden. Bis es jedoch soweit kommt, sollte jeder Fall sehr sensibel behandelt werden. Jährlich werden in Deutschland ca. 16.000 Fälle angezeigt. Die Dunkelziffer ist jedoch sehr groß. Am häufigsten betroffen sind Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren, davon sind ca. 80% Mädchen und 20% Jungen. In fast allen Fällen kommen die Täter aus dem sozialen Nahraum der Kinder. Dabei bauen die Täter zunächst ein Verhältnis zu ihren Opfern auf, das von Vertrauen und Zuneigung geprägt ist. Nach und nach werden die Grenzen immer deutlicher überschritten. Dabei spielt die Macht über das Kind eine zentrale Rolle. Durch Drohungen soll die Geheimhaltung erzwungen werden. Auffällige Verhaltensänderungen sind oft die Folge. Unerklärlicher Leistungsabfall in der Schule, Waschzwang, Essstörungen oder depressives Verhalten können auf seelische Nöte hinweisen, die mit Missbrauch in Zusammenhang stehen.
Für die Vereinsarbeit gibt es einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen. Zunächst sollten Jugendleiter immer im Team arbeiten und Sondertrainingseinheiten in Form von Einzeltraining sollten klaren Regeln unterliegen. Dabei ist ein zu intensiver Körperkontakt zu vermeiden. Im Verein muss allen Mitarbeitern klar sein, dass sexueller Missbrauch hart bestraft wird.
Abschließend verteilte die Referentin Merkblätter mit Anschriften von Hilfseinrichtungen und Info-Blätter zum Thema im "Comic-Sti", welche speziell Kindern und Jugendlichen signalisieren, dass sie hier Ansprechpartner finden können.
(Hubert Lauerer - bsj Cham) |
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Upd2010-03-23 |
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