Spitzing 2009

 

Landkreis Cham/Spitzingsee. Es ist bereits eine Tradition der Bayerischen Sportjugend (bsj), dass die erste Mitarbeiterbildungsmaßnahme des Jahres in Spitzingsee statt findet. So auch 2009, als rund 52 Übungsleiter/-innen aus den Vereinen des Landkreises wieder eine Woche zum BLSV Haus BergSee aufbrachen, um neben zahlreichen theoretischen Informationen rund um die Vereinsarbeit auch die praktische Weiterbildung nicht zu kurz kommen zu lassen. Diesmal standen die Grundlagen der Trainingslehre in Theorie und Praxis im Fokus des Lehrgangs.

 

 


Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den bsj-Vorsitzenden Hubert Lauerer erklärte Lehrgangsleiter Rainer Schmid die organisatorischen Aspekte der Veranstaltung und stellte das Wochenprogramm vor. Schließlich stellten sich auch die weiteren bsj-Mitglieder Bernhard und Diana Altmann vor, ehe sich die Teilnehmer nach einer Zulosung per halbierten Zeitungsanzeigen paarweise vorstellten und beim "Who-is-Who"-Quiz Fragen zur Bayerischen Sportjugend beantworten mussten. Im Anschluss fand die traditionelle "Spitzingtaufe" statt, bei der die Teilnehmer, die zum ersten mal bei dieser Fortbildung teilnahmen in die Spitzinggemeinschaft aufgenommen wurden.

 


Am ersten Tag nach der Anreise wurden die Teilnehmer je nach skifahrerischen Können in Gruppen eingeteilt und den Skilehrern Sepp (Bäbbäb) Aschenbrenner, Werner Schell, Sepp Daschner, Manfred Dietl und Gerhard Richter zugewiesen. Nach dem Tag auf der Piste stand der Abend ganz unter dem Zeichen des Lehrgangsmottos: Uwe Biermann, hauptamtlicher Mitarbeiter der bsj im Haus des Sports in München, referierte über die "besondere Stellung des Übungsleiters im Kinder- und Jugendbereich".


Am nächsten Tag hatten die Vereinsmitarbeiter unter Anleitung der Skilehrer Anna-Maria Martinitz, Thomas Heitzer, Gerhard Richter und Martin Wanninger auf der Piste verschiedene Übungen zu durchlaufen. Eingeteilt in Gruppen absolvierten Sie vier Stationen mit jeweils unterschiedlichen Themen und Übungen. Vor dem Abendessen wurde das Schwerpunktthema des Vorabends weiter geführt. Gerhard Richter und Manfred Dietl referierten zunächst über die Sicherheit im Skisport. Ab 20.00 Uhr stellte Hubert Lauerer die Grundsätze für die genaue Planung und Durchführung von Sportstunden vor und gab den Teilnehmern didaktische und methodische Tipps. Als Nächstes erläuterte Werner Schell die Grundlagen der Trainingslehre am Beispiel einer Trainingssequenz im F- und E-Junioren Bereich. Zum Abschluss des Abends stellte Harald Jucht das Konzept "KISS-Kindersportschule des ASV Cham" vor.

 
Nach einem weiteren Tag auf der Piste, an dem die Einteilung vom ersten Tag wieder beibehalten wurde, stand vor dem Hintergrund der Themen Aufsichtspflicht und Haftung eine Fackelwanderung um den Spitzingsee zur Klausenhütte auf dem Programm.


Der vorletzte Lehrgangstag wurde wieder in den jeweiligen Skigruppen auf der Piste verbracht. Am späten Nachmittag bereiteten die Teilnehmer in Gruppen Sketche für den Abschlussabend vor.


Nach dem Abendessen stand, wie im Vorjahr, wieder ein Spieleabend auf dem Programm. Die Teilnehmer bewiesen, dass man sich auch ohne Fernseher oder andere elektronische Geräte vergnügen kann. Bis in den späten Abend wurden mit Feuereifer diverse Brett-, Gemeinschafts- und Konzentrationsspiele gespielt.

 


Der Freitag stand dann nochmals im Zeichen der alpinen Technikschulung, wobei sich an diesem letzten Tag alle Gruppen zum Abschluss auf der Osthangalm trafen. Am Abend dann präsentierten die einzelnen Skigruppen ihre eigens erarbeiteten Sketche. Kreativ und unterhaltsam gab es da "Spitzing-Nachrichten" und eine "Krisensitzung im Aquarium" . "Und dann kamen wir" betiltete eine weitere Gruppe ihren Beitrag und dann gab es noch den "Haberfeldrock" und "Altbayerisch für Anfänger".

 


Bereits auf der Rückfahrt wurde deutlich, dass die Übungs- und Jugendleiter aus dem Landkreis Cham bei dieser Mitarbeiterbildungsmaßnahme zahlreiche Anregungen und wichtige Tipps mit in die Heimatvereine und die Jugendarbeit nehmen. Der wieder hervorragenden Organisation von Rainer Schmid und der tatkräftigen Unterstützung der weiteren bsj-Mitglieder, die die Maßnahme mitgestaltet hatten, ist es zu verdanken, dass viele Teilnehmer bereits gespannt auf die Themen der Spitzingmaßnahme 2010 warten.
  

(Sabrina Lugauer - bsj Cham)

 



Landkreis Cham/Spitzingsee. Auch dieses Jahr führte die erste Mitarbeiterbildungs-maßnahme der Bayerischen Sportjugend im Landkreis Cham nach Spitzingsee. Den  52 Übungsleitern  und Übungsleiterinnen aus den hiesigen Sportvereinen  bescherte der einwöchige Lehrgang neben neuen Kontakten zu Vereinsarbeitskollegen auch zahlreiche Anregungen und Tipps sowie wichtige Informationen für ihre Tätigkeit in den Jugend- und Kindergruppen der Sportvereine. „Grundlagen der Trainingslehre –  praktische und theoretische Informationen für den Jugendleiter“ war heuer das Schwerpunktthema der Fortbildung.

 

Uwe Biermann, hauptamtlicher Mitarbeiter des BLSV in München referierte an zwei Tagen über „die Bedeutung des Übungsleiters im Kinder- und Jugendsport“.  In einem grundlegenden Teil erklärte er den ganzheitlichen Bildungsanspruch, der auch im Sport seine Berechtigung besitzt, nämlich die Verzahnung von Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen  und der Entwicklung von individuellen Einstellungen und Wertmaßstäben. Das Menschenbild der im Sport Tätigen müsse geprägt sein von einer freien Entfaltung der Persönlichkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter und der Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung.  Im weiteren erläuterte Biermann die verschiedenen Dimensionen von Bildung im Sport, nämlich umfassend, bewegungsorientiert und reflexiv sowie lebenslang, dynamisch, emanzipatorisch und naturorientiert. Daher könne mit einer einzelnen Ausbildung die sportliche Bildung nicht abgeschlossen sein. Vielmehr seien regelmäßige Fort- und Weiterbildungen notwendig um vorhandenes Wissen, Fähigkeiten und Kenntnisse zu vertiefen und durch das ständige Aktualisieren auch weiterzuentwickeln. Die Handlungskompetenz des Übungsleiters beinhalte sowohl Sozial- und Fachkompetenz als auch Methodenkompetenz, Vermittlungskompetenz und strategische Kompetenz als Basis für eine engagierte und motivierte Eigenaktivität des Trainers. Im weiteren Verlauf stellte Biermann den „Übungsleiter als Bezugsperson“ vor und erklärte das notwendige soziale Engagement und die soziodemographischen Merkmale sowie die sozialmoralische Bildung der Übungsleiter. Im Rahmen einer Gruppenarbeit beschäftigten sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung im Sport, reflektierten ihre absolvierten Ausbildungsgänge und Fortbildungen und erforschten ihre soziale und emotionale Bindung zu den Kindern und Jugendlichen in ihren Gruppen, für die sie auch außerhalb des Sports wichtige Ansprechpartner sind.

 

 

Manfred Dietl und Gerhard Richter, die während der gesamten Maßnahme auch als Skilehrer tätig waren, referierten über die „Sicherheit im Skisport“. Sie stellten klar heraus, an welchen Körperstellen sich Erwachsene und Kinder jeweils  am häufigsten verletzten. Die Hauptursachen für die Verletzungen liegen dabei in der Pistenbeschaffenheit, im mangelhaften Material, einer mangelhaften Vorbereitung und einer überhöhten Kurvengeschwindigkeit. Doch auch Gruppenzwang und Selbstbestätigung spielen eine erhebliche Rolle. Anschließend erläuterten sie die allgemein gültigen Verhaltensregeln auf der Piste: vor allem Rücksichtnahme auf andere Skifahrer und vernünftiges Fahren sind hier die Schlagwörter. Das Anpassen der Geschwindigkeit an die Sichtverhältnisse und das skifahrerische Können sowie die Wahl der richtigen Fahrspur, das Beachten der Zeichen und die sofortige Hilfeleistung bei Unfällen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Außerdem erklärten die Referenten das Vorgehen und die Verantwortlichkeiten bei Unfällen, wann die Polizei ins Spiel kommt und was man genau unter Verkehrssicherungspflicht versteht.

 

 

Hubert Lauerer, Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend frischte die Kenntnisse der Teilnehmer über die Planung und Durchführung von Sportstunden auf. Dabei ging er eingangs auf die didaktischen Grundsätze ein. Es sei bei der Planung von Übungsstunden auf die Sachgemäßheit und Anschaulichkeit der Inhalte zu achten sowie auf deren Effektivität. Auch die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen müsse beachtet und die Kreativität und Spontaneität gefördert werden.  Vor allem der soziale Aspekt, nämlich der Partner- oder Gruppenbezug dürfe nicht zu kurz kommen. Beim Aufbau der Einheit selbst sei im Einleitungsteil auf die psychologische, physiologische und pädagogische Vorbereitung der Teilnehmer zu achten, während im Hauptteil ein oder mehrere Schwerpunkte behandelt werden und der Schlussteil der Beruhigung dienen soll, den man je nach vorhergehendem Schwerpunkt unterschiedlich gestalten sollte. Insgesamt sei darauf zu achten, dass die einzelnen Aspekte der Sportstunde eine sinnvolle Einheit ergeben.

 

Über die Grundlagen der Trainingslehre am Beispiel Fußball referierte Werner Schell, Leiter von Lehrgängen der dezentralen Jugendtrainerausbildung des Bayerischen Fußballverbandes. Mit zahlreichen Beispielen zeigte er eingangs auf, dass der Lernerfolg maßgeblich vom Umgangston abhängt und wie wichtig Motivation ist, um die Freude und Kinder und Jugendlichen am Sport zu erhalten. Am Beispiel der F- und E-Junioren verdeutlichte er, wie ein effektives Grundlagentraining unter Einbezug von Kondition, Technik und Taktik bei Berücksichtigung des Alters und des Entwicklungsstandes der Kinder aussehen kann. Auch die Technikschulung stellte Schell über einen längeren Trainigszeitraum hinweg mittels anschaulicher Beispiele von den Grundübungen über Korrekturvorgänge und Steigerung des Schwierigkeitsgrades dar.  Später waren die Teilnehmer im Plenum gefragt, die die aufgezeigten Lehrwege auf die Sportarten übertrugen, in denen sie schwerpunktmäßig arbeiten, wodurch ein Überblick über die Besonderheiten der einzelnen Sportarten entstand.

 

 

Harald Jucht, Hauptjugendleiter des ASV Cham, stellte das KISS-Konzept vor. Hierbei handelt es sich um eine Kindersportschule, wie sie in Bayern bereits vielfach zu finden ist und die bestimmten Qualitätsanforderungen entspricht. Es geht dabei darum, Kindern eine spartenübergreifende sportliche Grundausbildung und eine individuelle und altersgerechte Schulung und Entwicklung der motorischen Fähigkeiten zu ermöglichen. Dabei ist die  Trägerschaft durch einen Sportverein sowie die Schaffung einer hauptamtlichen Leitung und der regelmäßige Besuch von KISS-Seminaren vorgeschrieben, außerdem muss für Kinder ab 2 Jahren ein Angebot bestehen, welches sich entwicklungsgerecht auf drei bis fünf Ausbildungsstufen erstreckt. Es handelt sich bei KISS um ein pädagogisches, ganzheitliches Konzept mit sportartenübergreifender Grundausbildung, die eine spätere Überleitung in die verschiedenen Abteilungen im Verein zum Ziel hat. Beim ASV Cham soll KISS im September dieses Jahres gestartet werden. Trotz zahlreicher Gegenargumente hat man sich im ASV Cham aufgrund der Professionalität, der individuelleren Schulungsmöglichkeit und des ganzheitlichen Ansatzes und vieler weiterer Vorteile auf die Einführung dieses Konzeptes entschieden.

 

 

Organisator der Mitarbeiterbildungsmaßnahme Rainer Schmid und  der bsj-Voristzende Hubert Lauerer bedankten sich bei allen Referenten mit kleinen Präsenten. Für die Teilnehmer beinhaltete die Vielfalt an Informationen und das abwechslungsreiche Programm viele Anregungen und Tipps für die heimische Kinder- und Jugendarbeit in den Sportvereinen, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden.

 

(Sabrina Lugauer - bsj Cham)

 

 

 

zu den Berichten 2009

Upd2009-02-12