Spitzing 2008

 

Cham/Spitzingsee. Die Mitarbeiterbildungsmaßnahme (Mibi) der Bayerischen Sportjugend (bsj) in Spitzingsee ist aus deren Jahresprogramm kaum mehr wegzudenken. So ging es auch heuer wieder vom 27. Januar bis zum 2. Februar nach Oberbayern, wo nach einer umbaubedingten Pause nach fünf Jahren endlich das neue BLSV-Haus BergSee als Quartier bezogen wurde. Der Vorsitzende der bsj, Hubert Lauerer, begrüßte die 50 Teilnehmer aus den Sportvereinen des Landkreises und Lehrgangsleiter Rainer Schmid stellte das genaue Wochenprogramm vor. Im Anschluss stellten sich die bsj-Mitglieder Hubert Lauerer, Rainer Schmid, Bernhard und Diana Altmann sowie Birgit Daschner gegenseitig vor, bevor die Teilnehmer selbst anhand verschiedener Gegenstände paarweise zusammengelost wurden und sich gegenseitig vorstellten.

 

 

Nach dem “Who is who”-Quiz, bei dem die Lehrgangsteilnehmer in Gruppen eingeteilt beweisen mussten, dass sie bei der Vorstellungsrunde gut aufgepasst hatten, nahmen die Skilehrer die obligatorische Spitzingtaufe vor, bei der die Neulinge in die “Spitzinggemeinschaft” aufgenommen wurden.

 

 

 

Am Montag wurden die Teilnehmer, alle Übungs- und Jugendleiter aus dem Landkreis, in Leistungsgruppen unterteilt und von ihren Skilehrern Sepp (Bäbbäb) Aschenbrenner, Werner Schell, Sepp Daschner, Manfred Dietl, Birgit Daschner und Gerhard Richter unterwiesen. Immerhin wurden an den darauf folgenden Tagen bei zumeist strahlendem Sonnenschein die Pisten unsicher gemacht. Am Dienstag referierten die Skilehrer Stefan Hartl, Anna-Maria Martinitz und Martin Wanninger sogar direkt vor Ort, also auf der Skipiste, wo die Teilnehmer, eingeteilt in drei Gruppen, zahlreiche Übungen zu Themen wie “Kanten”, “Belasten” und “Drehen” absolvieren mussten, nachdem sie von den Referenten fachmännisch unterwiesen wurden.

 

Nach den gemeinsamen Abendessen wartete nach den anstrengenden Abfahrten einiges an Input auf die Mibi-Teilnehmer. Bereits am Montag wurden die Schwerpunktthemen der Woche “Analyse der Koordinativen Fähigkeiten”, über die Christian Maier referierte, und “Coaching im Unterricht und im Trainingsbetrieb”, worüber Gerhard Aisenpreis referierte, in Angriff genommen.

 

 

Training wurde nach Grosser als “Sammelbegriff aller Maßnahmen des Prozesses zur Steigerung, Stabilisierung und teilweise auch Reduzierung (“Abtrainieren”) der sportlichen Leistung” definiert. Auch eine Definition des Begriffs “Koordination” wurde gegeben, bevor man verschiedene kooridnative Fähigkeiten wie Orientierungsfähigkeit, Reaktions- und Differenzierungsfähigkeit, Umstellungs-, Kopplungs- und Gleichgewichtsfähigkeit, Rhythmisierungs- und Rhythmusfähigkeit sowie Antizipationsfähigkeit genauer unter die Lupe nahm. Später analysierte Referent Maier die Bewegungskoordination und erläuterte die Vorbereitungs-, Haupt- und Endphase, die jeder sportlichen Betätigung zu Grunde liegen. In allen Phasen kommen azyklische Bewegungsabläufe vor, während man zyklische Bewegungen vor allem in der Haupt- und Zwischenphase, eine Art Verschmelzung von Vorbereitung- und Endphase, findet.

 

Referent Gerhard Aisenpreis startete seinen Part mit einem Experiment, das die Teilnehmer hauptsächlich zum Nachdenken anregen sollte: “Können Führungsmodelle aus der Industrie für Training und Übungsbetrieb adaptiert werden?” und “Was kann Coaching für mich bedeuten?”. Was Coaching eigentlich ist und was es einem bringt wurde natürlich ebenso erklärt wie die Grundsätze des Coachings und was ein erfolgreiches Coaching ausmacht. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das Vier-Phasen-Modell des Coaching gelegt, bestehend aus den Phasen “Goal” (Was will man erreichen?), “Reality Check” (Wie ist es jetzt?), “Options” (Welche Handlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?) und “Will” (Wie sieht der konkrete Handlungsplan aus?).

 

 

Am Dienstag Abend wurde unter Leitung von Gerhard Aisenpreis das Schwerpunktthema fortgesetzt und weiter vertieft. In kleinen Gruppen galt es, das am Vortag Erarbeitete selbst auszuprobieren und umzusetzen. In Dreiergruppen übernahm jeder einmal die Rolle des Coachees, des Coaches und des Beobachters, im Anschluss an die Durchläufe wurde im Plenum über die eigenen Erfahrungen diskutiert. Entsprechend der Experiment-Frage vom Montag Abend kam die Mehrzahl der Teilnehmer zu der Meinung, dass sich dieses Coaching-Modell aus verschiedensten Gründen nicht in vollem Rahmen auf die Vereinsjugendarbeit übertragen lässt. Hubert Lauerer dankte den beiden Referenten im Anschluss an eine ausführliche Feedbackrunde mit einem Präsent.

 

In Dreiergruppen setzten die Teilnehmer die

theoretischen Kenntnisse des Coachings um.

 

 

Lehrgangsleiter Rainer Schmid und bsj-Voristzender

Hubert Lauerer dankten den Referenten Christian

Maier und Gerhard Aisenpreis mit Präsenten.

 

Am Donnerstagabend stand nach dem Skifahren und einer Gruppenarbeit für den Abschlussabend eine Fackelwanderung um den Spitzingsee zur Klausenhütte auf, wo der Musikant “Flori vom Spitzingsee” den Abend mit seinen Liedern und Witzen gestaltete. Freitag war der letzte Tag der traditionellen Mibi Spitzingsee und klang mit einem würdigen und vor allem lustigen Abschlussabend aus. Die einzelnen Skigruppen gaben selbst erarbeitete Sketche wie “Spitzing-Tabus(s)”, “Unser Boarder”, “Spitzing-Wochenschau”, “Wej owej” und “Kreizwej” zum Besten.

 

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die 50 Übungs- und Jugendleiter aus dem Lankreis Cham bei dieser Mitarbeiterbildungsmaßnahme wichtige Tipps und Anregungen für die Jugendarbeit im eigenen Verein bekommen haben. Organisator und Lehrgangsleiter Rainer Schmid hatte wieder ausgezeichnete Arbeit geleistet, um den Teilnehmern einen äußerst lehrreichen, abwechslungsreichen und kurzweiligen Lehrgang zu bereiten, sodass viele schon gespannt die Themen zu Spitzing 2009 erwarten.

 

50 Übungs- und Jugendleiter aus dem Landkreis erlebten mit fünf

bsj-Mitgliedern und ihren Skilehrern einen spannenden Lehrgang.

  

(Sabrina Lugauer - bsj Cham)

 

 

 

zu den Berichten 2008

Upd2008-02-17