Spitzing 2007: Ausbildung auf hohem Niveau

 

Cham (cdk). Die Bayerische Sportjugend (bsj) lud auch heuer wieder nach Spitzingsee ein. Der Vorsitzende der Bayerischen Sportjugend (bsj) Hubert Lauerer begrüßte die Teilnehmer bevor Lehrgangsleiter Rainer Schmid und die Erlebnishaus-Praktikantin  Organisatorisches klärten. Bernhard Altmann stellte im Anschluss daran die Mitglieder der bsj nach dem Motto „Wilder Westen“ vor. Darauf folgt nun die themenbezogenen Vorstellung der Teilnehmer, die bereits per Zufall in Gruppen zu den Themen Märchen, Comics, Pflanzen, Tierwelt, Mittelalter und Autos eingeteilt worden waren. Nach dem Kennen lernen wurde von den Skilehrern die obligatorische Spitzingtaufe vorgenommen, bei der die Neulinge in die „Spitzinggemeinschaft“ aufgenommen wurden.

 

Der erste Tag stand dann ganz im Zeichen des Sports. Die Skifahrer wurden in verschiedenen Leistungsgruppen eingeteilt und von den Skilehrern Sepp (Bäbbäb)Aschenbrenner,  Gulu Hartl, Claus Eckert und Gerhard Richter unterwiesen. Nach dem gemeinsamen Abendessen, wurde der Saal mit Hilfe von Krepppapier, Luftballons und Regenbogenpapier geschmückt, zusätzlich mussten die Teilnehmer zu den verschiedenen Themen gemeinsam ein Gesicht bzw. eine Figur gestalten.

 

Die Teilnehmern im geschmückten Unterrichtsraum.

 

Am Dienstag referierte Frank Kluge zur Lehrgangsthematik „Anleiten – Betreuen – Couchen: Das ABC des Übungsleiters – praktische und theoretische Informationen für den Jugendleiter!“ Aufgeteilt war der Vortrag in trainingsphysiologische und  gruppendynamische Aspekte. Im ersten Bereich der trainingspsychologischen Aspekte wurde geklärt, warum wir trainieren. Ziel eines jeden Trainings ist,  die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Erreicht wird dies laut Referenten Kluge zum einen durch die Stresstheorie des Trainings: Der Körper reagiert auf die Störung seines Gleichgewichts durch eine Belastung immer mit derselben, gleich bleibenden Reaktion, nämlich der Stressreaktion. Die Aufgabe der Stressreaktion besteht darin, den Organismus auf die Belastung vorzubereiten und die Energieproduktion in der Zelle auf ein neues Gleichgewicht auf einem höheren funktionellen Niveau einzustellen und zu erhalten. Zum anderen sind die zwei Teile der Anpassungsreaktion beim Training Vorraussetzung für eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Der erste Teil der Anpassung umfasst die Alarmreaktion, Anpassung, Ermüdung und Erschöpfung sowie Erholung und Kompensation. Im zweiten Teil der Anpassung, der Überkompensation, erfolgt nicht nur die Wiederherstellung der ursprünglichen Leistungsfähigkeit, sondern auch der Aufbau einer erhöhten Leistungsfähigkeit nach der Belastung. Des Weiteren zeigte Kluge auf, was beim Training mit Kindern und Jugendlichen zu beachten ist: Grundsatz der Angepasstheit der Belastung, Trainingsgrundlagen, Intensität, Belastungsdauer, Belastungshäufigkeit und die wöchentliche Trainingsbelastung. Wie passt sich der Körper an, wenn eine immer wieder kehrende Belastung auftritt?   Der Referent Kluge wies darauf hin, dass eine Belastung, die auf die Muskulatur länger oder immer wieder einwirkt, sich die einzelne Zelle und damit das ganze Organsystem sowohl in der Form als auch ihrer Funktion verändern. Aus dem Zusammenspiel dieser verschiedenen Faktoren ergibt sich dann eine Leistungssteigerung. Anschließend stand die Gruppe im Mittelpunkt: Bei Gruppenarbeit und Initiativübungen wurde die Gruppendynamik unterstützt und die Kreativität gefördert. Anhand von einem konkreten Fallbeispiel wurden Lösungsmöglichkeiten und Konfliktsituationen simuliert. Die Teilnehmer versuchten, ihre Meinung in Gremien zu vertreten und durchzusetzen. Dabei kam es zum Teil zu hitzigen Debatten. Abschließend stellte Referent Kluge den Lehrgangsteilnehmern noch verschiedene Aufgaben, die teils zeichnerisch bzw. in Form eines kurzen Sketches dargebracht werden mussten. Dabei bewiesen die Spitzingteilnehmer viel Kreativität und Geschick. Außerdem konnten etliche praktische Anregungen für die Jugendarbeit im eigenen Verein mitgenommen werden. Langanhaltender Applaus zeigte dem Referenten bei der Verabschiedung, dass er den richtigen Ton getroffen hatte und die Lehrgangsthematik kompetent und verständlich vorgetragen hatte.

 

Der Vorsitzende der bsj, Hubert Lauerer dankt dem Referenten Frank Kluge für einen informativen und äußerst interessanten Tag.

 

Am Abend wurde es richtig bayerisch. Beim Volkstanz mit Annemarie Kreis und Steff Spindler konnten sich die Teilnehmer auf angenehme Weise körperlich betätigen.

 

Die Spitzingband heizte den Sportlern mächtig ein.

 

Der Mittwoch begann mit einer Nordic-Walking Tour  um den Spitzingsee. Es folgte im Anschluss ein Referat von Gerhard Richter zum Thema „Grundlagen der Übungsleiter-Tätigkeit“. In diesem Referat wurden allgemeine methodische Grundsätze bei der Trainerarbeit beispielsweise  Bewegungsanalyse, Korrektur, Demonstration, Trainerauftreten etc. vorgestellt und mit praktischen Beispielen unterlegt.

Eine Winterwanderung zum Blecksteinhaus  schloss sich an. Auf dem Rückweg konnten sich die Sportler bei „Spiele im Schnee“ auspowern: Die Teilnehmer mussten fünf Stationen (Elefantenlauf, Schneewiegen, Biathlon, Bierkistenstaffel und Schlittenrennen) durchlaufen. Die vorgegebene Aufgabenstellung lautete, mit wenigen Hilfsmitteln kreative Spiele für Jugendliche zu entwickeln und dann diese durchzuführen.

Zum Thema des Abends „Wie pflege ich meine Ski richtig?“ referierte Claus Eckert.

Am Donnerstag und Freitag hatte der Wettergott ein einsehen und ermöglichte den Wintersportlern zwei Tage Skifahren im Zillertal / Hochfügen. Dabei wurden von den Skilehrern nochmals das Carven geschult sowie die vorab in der Theorie geschulten methodischen Grundsätze in der Praxis umgesetzt und ausprobiert.

Der sportpraktische Teil musste bei der heurigen Maßnahme  ausnahmsweise schneebedingt im Skigebiet Hochzillertal – Hochfügen durchgeführt werden.

Die Tage wurden einmal mit einer Fackelwanderung zur Wurzhütt´n und ein andermal mit einem Abschlussabend abgeschlossen, der mit Beiträgen einer jeden Skigruppe zum Lehrgangsthema bzw. Wochengeschehen gestaltet wurde. Die hervorragend vorbereiteten lustigen Sketche wie zum Beispiel: „Die Schneewallfahrt“ oder „Spitzingstar 2008“ waren bühnenreif und begeisterten die Teilnehmer.

 

„Die Schneewallfahrer“: Die Bitte um Schnee wurde erfüllt.

 

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass 50 Übungs- bzw. Jugendleiter aus dem Landkreis Cham bei dieser Mitarbeiterbildungsmaßnahme wichtige Tipps und Anregungen für die Jugendarbeit im eigenen Verein bekommen haben und viele Teilnehmer schon gespannt die Themen zu Spitzing 2008 erwarten.

 

(Daniela Sailer - bsj Cham)

 

 

 

zu den Berichten 2007

Upd2007-02-16