Rückblick auf ein bewegtes und abwechslungsreiches bsj-Sportjahr 2007

Cham. Die Bayerische Sportjugend (bsj) konnte auch 2007 viele Kinder und Jugendliche sowie in der Jugendarbeit tätige Erwachsene aus dem Landkreis mit einem abwechslungsreichen Jahresprogramm begeistern.

 

Den Auftakt bildete im Januar die obligatorische Fahrt nach Spitzingsee.  Die Teilnehmer mussten beim Skifahren, Nordic-Walking, bei verschiedenen Spielen  oder auch beim Volkstanz ihr Können unter Beweis stellen. Trotzdem kam die geistige Anforderung nicht zu kurz: Frank Kluge referierte zur Lehrgangsthematik „Anleiten – Betreuen – Couchen: Das ABC des Übungsleiters – praktische und theoretische Informationen für den Jugendleiter!“ Aufgeteilt war der Vortrag in trainingsphysiologische und gruppendynamische Aspekte. Im ersten Bereich der trainingspsychologischen Aspekte wurde geklärt, warum wir trainieren. Anschließend stand die Gruppe im Mittelpunkt: Bei Gruppenarbeit und Initiativübungen wurde die Gruppendynamik unterstützt und die Kreativität gefördert. Anhand von einem konkreten Fallbeispiel wurden Lösungsmöglichkeiten und Konfliktsituationen simuliert. Die Teilnehmer versuchten, ihre Meinung in Gremien zu vertreten und durchzusetzen. In einem weiteren Referat von Gerhard Richter zum Thema „Grundlagen der Übungsleiter-Tätigkeit“ wurden allgemeine methodische Grundsätze bei der Trainerarbeit beispielsweise Bewegungsanalyse, Korrektur, Demonstration, Trainerauftreten etc. vorgestellt und mit praktischen Beispielen unterlegt. Claus Eckert hielt einen Vortrag zum Thema: „Wie pflege ich meine Ski richtig?“ Es konnten auch heuer wieder etliche praktische Anregungen und neue Motivation für die Jugendarbeit im eigenen Verein mitgenommen werden.

Da die Gewaltbereitschaft und Straffälligkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit 1990 laut einer Studie kontinuierlich gestiegen ist, veranstaltete die Bayerische Sportjugend (bsj) im März  in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring ein Abendseminar zum Thema „Jugendkriminalität und Rechtsextremismus“. Andreas Will von der Hanns-Seidel-Stiftung beleuchtete die brisanten Themen ausführlich und humorvoll: Im ersten Block ging er auf Gewalt gegen Personen und Sachen mit und ohne Waffe als Kind, Jugendlicher und Heranwachsender sowie die strafrechtliche Zuordnung ein. Praxisnähe erreichte Andreas Will zum einen durch Aufzeigen von Fällen beispielsweise aus dem Bereich Sachbeschädigung, Vandalismus, Graffiti und zum anderen durch Vorzeigen von bei Jugendlichen sichergestellten Gegenständen wie Ritzzirkel, Hieb-, Stoß- und Schusswaffen. Der zweite Bereich umfasste rechtsextremistische Skinheads mit ihren Kommunikationsmitteln, Akronymen bzw. Synonymen.

Der SV Geigant, der SV Gleißenberg-Lixenried und der SC Michelsneukirchen, die Gewinnern des Multi-Cups 2007 wurden im April mit einem Erlebniswochenende in der Jugendherberge auf Burg Trausnitz belohnt. Mit einer Burgführung unter dem Motto 'Reise ins Mittelalter'  und einem Ritteressen wurden die Kinder und Jugendlichen mit ihrer Herberge vertraut gemacht.  Eine Reise in die Zeit ihrer Großväter und Urgroßväter wurde der Besuch des Oberpfälzer Freilandmuseums in Neusath-Perschen.

 

Außerdem veranstaltete die Bayerische Sportjugend (bsj) im April für Jugendliche, Clubassistenten und Übungsleiter einen Workshop unter dem Motto „Drogen und Selbstverteidigung". Die Drogenbeauftragte der Grenzpolizeiinstpektion (GPI) Furth im Wald, Kerstin Pongratz und ihr Kollegen Manfred Dietl stellten „weiche und „harte“ Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Amphetamin ('Speed') vor und lieferten einen Einblick über den Drogenanbau, die Herstellung, den Handel und Vertrieb sowie die Ein- oder Ausfuhr. Des Weiteren unterrichteten sie die 22 Teilnehmer über die Folgen und Risiken der Drogen genauso wie über die Strafverfolgung und das Betäubungsmittelgesetz. Anschließend stand Selbstverteidigung mit Prävention, Abwehr von Angriffen, Schulung des selbstbewussten Auftretens und das erfolgreiche zur Wehr setzen in bedrohlichen Situationen, auf dem Programm. Die Referenten Josef Plötz (Grenzpolizeiinspektion Furth im Wald) und Doris Klingseisen (Jujutsu-Verein) zeigten zahlreiche Möglichkeiten einem Angreifer abzuwehren. 

Auch das richtige Fallen will gelernt sein.

Die Veranstaltung „Alte Straßenspiele – neu entdeckt“ – Zeitvertreib wie zu Omas Zeiten bildete im Mai den Auftakt zum Multi-Cup 2007. In Zusammenarbeit mit dem SV Runding organisierte die Bayerische Sportjugend (bsj) einen Spielenachmittag bei dem 380 Kinder aus 23 verschiedenen Vereinen, einen Parcours von alten, teils vergessenen Spielen durchlaufen mussten: Spielerisch wurde bei Spielen wie „Reifen treiben“ oder auf Stelzen laufen die Geschicklichkeit, die Beine-Hand-Augen-Koordination und die Schnelligkeit  der Teilnehmer geschult. Sprungkraft war für das Sackhüpfen oder Gummihüpfen wichtigste Voraussetzung. Ihr fußballerisches Können konnten die Kinder mit einem „Lumpenball“ unter Beweis stellen. Aber auch Teamfähigkeit mussten die jungen Sportler beim „Sommerskilauf“ unter Beweis stellen. Zielwasser war beim Hufeisen werfen oder beim Murmeln von Nöten. Erholung und Ruhe konnten die Kinder und Jugendlichen bei Spielen wie dem „Gordischen Knoten“ oder dem „Andocken“ finden.

Sackhüpfen: Na, wer verschwindet denn hier fast im Sack?

Lumpenfußball: Fußball regierte schon zu Opas Zeiten die Welt.

Großes Interesse fand im Rahmen des diesjährigen Multi-Cup im Juni wieder die „Tour de bsj“. Rad fahren für die ganze Familie war das Motto und es waren weit über 310 Teilnehmer aus acht verschiedenen Vereinen die von Miltach über den Regental-Radweg nach Chamerau und über Satzdorf, Kammerdorf nach Windischbergerdorf und den gleichen Weg retour in die Pedale traten.

Die Bayerische Sportjugend (bsj) trug im Juli 2007 im Rahmen der Landkreisolympiade im Freibad in Roding einen Schwimmtag aus. Mit mehr als 200 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Vereinen und 420 Starts stieß Rainer Schmid, Verantwortlicher der bsj, wieder auf große Resonanz. Ausgetragen wurden Wettkämpfe über 50 Meter Brust, 50 Meter Schmetterling, 50 Meter Rücken und 50 Meter Freistil. Außerdem konnten die Schwimmer und Schwimmerinnen ihre Teamfähigkeit in den Staffelwettkämpfen unter Beweis stellen.

Im September bildete die Bayerische Sportjugend (bsj) unter der Leitung von Birgit Daschner 30 neue Clubassistenten in der Jugendherberge in Furth im Wald aus. Die Ausbildung zum Clubassistenten beinhaltet 32 Unterrichtseinheiten sportbezogener und überfachlicher Jugendarbeit. Diese Unterrichtseinheiten werden bei einer späteren Übungsleiter-J Ausbildung anerkannt. Die Jugendlichen erhielten Antworten auf die Fragen: Was ist ein „Clubassistent“? Was ist ein Übungsleiter? Was ist eine Juleica (Jugendleiterkarte)? Welche Vorteile bringt diese? Ebenso machte er deutlich, wer die Bayerische Sportjugend (bsj) ist, welche Aufgaben sie, welche Aufgaben der Kreisjugendring und der Bayerische Landessportverband Cham im Landkreis erfüllen, welche Zuschuss- und Ausleihmöglichkeiten bestehen. Außerdem wurde auf das Jugendschutzgesetz und seine Neuerungen sowie die Aufsichtspflicht bei Vereinsmaßnahmen eingegangen. Neben einer Unterweisung zum Thema „Planung und Durchführung einer Vereinsmaßnahme“, erhielten die Teilnehmer Tipps, wie sie überzeugend und sicher in der Öffentlichkeit auftreten können. Bernhard Nagelschmidt vom Amt für Jugend und Familie des Landratsamtes Cham und der Dipl.-Sozialpädagogin (FH) Sonja Mühlbauer wertvolle Informationen über die neuen Medien: Die Gefahren des Internets wurden ebenso anschaulich aufgezeigt wie Risiken im Umgang mit Handys. Des Weiteren boten DLRG-Vorsitzender Klaus Dimpfl und Thomas Meindl den jungen Sportlern in Theorie und Praxis alles zum Thema Wasserrettung beispielsweise Schleppen von bewusstlosen Personen, Anlandbringen von geretteten Personen mit anschließender stabiler Seitenlage. Auch kam die sportliche Betätigung nicht zu kurz der Kick Bo Trainer Karl Schmid aus Roding vermittelte die Grundlagen dieser Trendsportart und der Juniorenjonglierweltmeister von 1999, Peter Gerber, brachte den Teilnehmern in gekonnter Manier Jonglieren in Theorie und Praxis nahe.

Gemeinsam ist man stark – durch verschiedene

Übungen wurde Vertrauen in der Gemeinschaft geschaffen.

Beim Kreisjugendtag der Bayerischen Sportjugend (bsj) im Oktober  in der Rodinger Stadthalle stand die Jugendvertretung der 175 BLSV – Vereine des Landkreises Cham zur Wahl. In der zweistündigen Veranstaltung wurde den 117 Delegierten aus den verschiedenen Vereinen und den Ehrengästen Einblick in die Aufgaben der bsj gewährt und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Einradfahren geboten. Im Rahmen der Ehrungen wurde Josef Trinkerl,  der sich seit über zwanzig Jahren in der Jugendarbeit der Gewichtheber des TB 03 Rodings engagiert das Jugendverbandsehrenzeichen in Gold mit Kranz, die höchste Auszeichnung der Bayerischen Sportjugend verliehen. Auch erhielten dreißig Jugendliche, die sich an zwei Wochenenden zum Clubassistenten ausbilden ließen, ihre Ausweise. Abschließend wurden die Gewinner des Multi-Cups 2007 verkündet: Den ersten Platz belegte der SV Gleißenberg-Lixenried gefolgt vom SV Runding und SV Geigant. Den Abschluss des Kreisjugendtages 2007 bildete die Wahl der Vorstandschaft der Kreisjugendleitung: Der alte und neue Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend (bsj) im Landkreis Cham ist Hubert Lauerer, stellvertretende Vorsitzende ist wieder Diana Altmann. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind in alphabetischer Reihenfolge: Bernhard Altmann, Josef Blasini, Birgit Daschner, Peter Hickl, Sabrina Lugauer, Rainer Schmid. Der Jugendsprecher ist nach wie vor David Messerer. Mit der Jugendsprecherin, der 19-jährigen Eva Lohberger vom ASV Arrach, konnte eine neue Mitarbeiterin gewonnen werden.

Die neu gewählte Kreisjugendleitung: Peter Hickl, Bernhard Altmann,

Josef Blasini, Rainer Schmid, David Messerer, Hubert Lauerer (von links);

Diana Altmann, Eva Lohberger, Sabrina Lugauer, Birgit Daschner (von links).

"Bewegungsprävention, Kindertänze und Entspannung" so lautete das Motto der diesjährigen Mitarbeiterfortbildung der Bayerischen Sportjugend (bsj), die im November in der Chambtal-Sporthalle in Weiding stattfand. Die Fortbildung wurde als Kombi-Lehrgang veranstaltet, sodass 30 Übungsleiter und Betreuer aus dem Bambini- und Kinderturnbereich den Lehrgang als Teillizenzverlängerung, sowie sechs Lehrer die Maßnahme als Lehrerfortbildung nutzen konnten. Den ersten Teil des Lehrgangs, der unter dem Thema "Bewegungsprävention" stand, übernahm Antje Freund aus Oberviechtach. Sie ging auf die Besonderheiten der körperlichen und geistigen Entwicklung bei Kindern ein und erläuterte die einzelnen Entwicklungsstufen. Außerdem erklärte Antje Freund den richtigen Aufbau einer Übungsstunde, von der Begrüßung über das Aufwärmen, Team- und Gruppenspiele, die viel mit Bewegung und richtiger Körperhaltung zu tun hatten, bis hin zur Entspannung und zum Abschluss einer Übungsstunde. Im zweiten Teil „Kindertänze“ verstand es Nicole Häckel-Söllner aus Burglengenfeld ausgezeichnet, die Teilnehmer von einer "Reise nach Madrid" zu überzeugen oder die Sporthalle in einen Dschungel zu verwandeln, in dem verschiedene Tiere zur jeweils richtigen Musik aus ihrem Schlaf erwachten. Im dritten und letzten Teil „Entspannung“ erklärte Gabriele Raab aus Burglengenfeld den Teilnehmern zunächst, was man genau unter Entspannung zu verstehen hat und welche Arten von Entspannung es gibt. Später wurden dann die verschiedenen Möglichkeiten wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Snoezeln ausprobiert. Mit Phantasiereisen, Energie- und Wärmeketten und ruhiger Musik klang der Lehrgang ruhig aus.

Die gesamte Mannschaft der Bayerischen Sportjugend (bsj) möchte sich bei allen Kindern und Jugendlichen sowie den Verantwortlichen der Vereine für die Teilnahme an den Veranstaltungen und die gute  Zusammenarbeit bedanken.

  

(Daniela Sailer - bsj Cham)

 

 

 

zu den Berichten 2007

Upd2007-12-30