30
Clubassistenten wurden ausgebildet
Ausbildungsreihe der Bayerischen Sportjugend
Cham. Am 21. und 22. September 2007 sowie 28. und 29. September 2007 bildete die
Bayerische Sportjugend (bsj) unter der Leitung von Birgit Daschner 30 neue
Clubassistenten in der Jugendherberge in Furth im Wald aus. Die Ausbildung zum
Clubassistenten beinhaltet 32 Unterrichtseinheiten sportbezogener und
überfachlicher Jugendarbeit. Diese Unterrichtseinheiten werden bei einer
späteren Übungsleiter-J Ausbildung anerkannt.
Der Vorsitzende der bsj Hubert Lauerer begrüßte die Jugendlichen im Alter
zwischen 15 und 18 Jahren aus den verschiedensten Vereinen des Landkreises Cham.
Im Anschluss lieferte Rainer Schmid (bsj) Antworten auf die Fragen: Was ist ein
"Clubassistent"? Was ist ein Übungsleiter? Was ist eine Juleica
(Jugendleiterkarte)? Welche Vorteile bringt diese? Ebenso machte er deutlich,
wer die Bayerische Sportjugend (bsj) ist, welche Aufgaben sie, welche Aufgaben
der Kreisjugendring und der Bayerische Landessportverband Cham im Landkreis
erfüllen, welche Zuschuss- und Ausleihmöglichkeiten bestehen. Im Anschluss
sprach Birgit Daschner ausführlich über das Jugendschutzgesetz und seine
Neuerungen. Den Abend beschloss dann Rainer Schmid mit einer Vielzahl von
Kennenlern- und Eisbrecherspielen, die die Jugendlichen einmal selbst anwenden
können.

Gemeinsam ist man stark - durch
verschiedene Übungen
wurde Vertrauen in der
Gemeinschaft geschaffen.
Am Samstagvormittag ging es dann ins Further Hallenbad. DLRG-Vorsitzender Klaus
Dimpfl und Thomas Meindl boten den Jugendlichen in Theorie und Praxis alles zum
Thema Wasserrettung: Einführung in den Wasserrettungsdienst, Gefahren in, am und
auf dem Wasser, Eis, Besonderheiten und Gefahren, Selbstrettung aus dem Eis,
Baderegeln. Im praktischen Teil erhielten die Jugendlichen dann eine Einführung
in den schwimmerischen Einsatz, Transportschwimmen, Schleppen von bewusstlosen
Personen, Anlandbringen von geretteten Personen mit anschließender stabiler
Seitenlage, Einführung in Hilfsmittel wie den Rettungsballring.
David Messerer, Jugendsprecher der bsj referierte Samstagnachmittag zum Thema
"Planung und Durchführung einer Vereinsmaßnahme". Unter Anleitung bzw. im Rahmen
einer Gruppenarbeit erfolgte eine detaillierte Ausarbeitung: Wohin soll es
gehen? Wer fährt mit (Betreuung bzw. Teilnehmerkreis)? Wann soll die Einladung
bzw. Ausschreibung erfolgen (zeitlicher Rahmen)? Welche Kosten entstehen? Welche
Risiken können auftreten?
Anschließend ging es zu Uli Stöckerls Unterwasserstation. Am Beispiel einer
Exkursion konnten die Teilnehmer/innen in die Rolle eines Leiters schlüpfen und
dabei die Kontrolle über eine Gruppe üben, z. B. wie verhält man sich bei
auffälligen oder lustlosen Teilnehmern. Die Planung, die praktische Durchführung
sowie der Abschluss einer Veranstaltung waren zentrale Themen der Schulung.
Dabei musste jeder Teilnehmer frei vor der Gruppe sprechen und sich nachher der
Kritik aller stellen.
Am zweiten Ausbildungswochenende startete das Programm mit einem Referat von
Hubert Lauerer über "Rhetorik" . Dabei gab er den Teilnehmern wertvolle Tipps,
wie sie überzeugend und sicher in der Öffentlichkeit auftreten können. Wie
Gestik, Mimik, Sprechweise, Verhalten bei Zwischenrufen und Möglichkeiten das
Lampenfieber in den Griff zu bekommen sind, wurden ausführlich anhand von
konkreten Beispielen erörtert. Dabei half die Methodikausbildung im Further
Wildgarten am Wochenende zuvor, weil dort jeder Teilnehmer praktisch erlebt
hatte, wie schwierig es eigentlich ist, vor einer Gruppe zu sprechen.
Nach dem Abendessen vermittelte Kick Bo Trainer Karl Schmid aus Roding die
Grundlagen dieser Trendsportart. Nach einem lockeren "Warm Up" zu peppiger
Musik, erfolgte eine Schulung im richtigen Musikhören, damit die "punchs and
kicks" bestens ausgeführt werden konnten. Nach schweißtreibenden zwei Stunden
waren einige buchstäblich am Ende und wunderten sich über Muskeln, die sie
vorher nicht gekannt hatten.

Beim Kick Bo konnten sich die
Teilnehmer körperlich auspowern.
Am Samstagvormittag erhielten die Jugendlichen von Bernhard Nagelschmidt vom Amt
für Jugend und Familie des Landratsamtes Cham und der Dipl.-Sozialpädagogin (FH)
Sonja Mühlbauer wertvolle Informationen über die neuen Medien. Die Gefahren des
Internets wurden ebenso anschaulich aufgezeigt wie Risiken im Umgang mit Handys.
Vertieft wurde das neu Gelernte bei einer Gruppenarbeit. Ebenso gingen die
Referenten auf die Prävention vor sexueller Gewalt ein und informierten die
interessierten Jugendlichen ausführlich. Als Abschluss wurde ein Ausschnitt aus
einem Fernsehfilm gezeigt und in Rollenspielen über Inhalt, Glaubwürdigkeit und
Jugendrelevanz diskutiert.
Nach dem Mittagessen referierte Lehrgangsleiterin Birgit Daschner über
"Aufsichtspflicht in der Vereinsarbeit": Wer haftet bei Verletzung der
Pflichten? Was gilt es zu beachten, wenn eine Jugendgruppe vereist? Welches sind
die allgemeinen rechtlichen Grundlagen. In praktischen Fallbeispielen wurde das
theoretische Wissen vertieft. In diesem Ausbildungsblock wurde auch ausführlich
auf die Rechte und Pflichten eines Jugendleiters eingegangen.
Nach all der Theorie stand dann der restliche Samstagnachmittag ganz im Zeichen
des Sportes. Der Juniorenjonglierweltmeister von 1999, Peter Gerber, brachte den
Teilnehmern in gekonnter Manier Jonglieren in Theorie und Praxis nahe. Die
Jugendlichen jonglierten mit zwei bis vier Bällen, Keulen, Chiffontücher,
Diabolos und übten Tellerdrehen auf dem Stab solange bis es ein jeder
beherrschte. Der Lehrmeister selbst erntete nach einer kleinen Vorführung
tosenden Applaus.
Ruhe und Gelassenheit war
Voraussetzung beim Jonglieren.
Zum Abschluss der Ausbildungsreihe bedankte sich der Vorsitzende der Bayerischen
Sportjugend Hubert Lauerer sowie Lehrgangsleiterin Birgit Daschner bei den
Teilnehmern für ihr Engagement und die gute Mitarbeit. Alle durften Mappen mit
Unterrichtsmaterialien und Skripte für ihre Jugendarbeit in den Sportvereinen
sowie eine bsj - Schildkappe mit nach Hause nehmen. Die Überreichung der
Urkunden und Clubassistentenausweise erfolgt dann offiziell beim Kreisjugendtag
der Bayerischen Sportjugend am 19.Oktober in Roding.

Die neuen Clubassistenten mit der
Lehrgangsleiterin Birgit Daschner
(links im Bild) und dem
Vorsitzenden der bsj Hubert Lauerer (rechts im Bild).
(Daniela Sailer - bsj
cham) |