Suchtprävention und Bürokratie bei der Sportjugend

 

Cham (cdk). „Aus ganz normalen Familien kommen ganz normale Süchtige!“ Mit diesem Aufhänger eröffnete Frau Antje Espach das Abendseminar der Bayerischen Sportjugend (bsj) zum Thema „Alkohol und Jugendliche“. Erklärtes Ziel für Frau Espach, der Verantwortlichen für Sucht- und Gewaltprävention im Landkreis Cham, ist das Eindämmen von Sucht. Erster Schritt in die richtige Richtung ist ihrer Meinung nach, dass der Bezug von Fördermittel für die Vereine an die Durchführung von Präventionsveranstaltungen gebunden ist. Im Folgenden wurde geklärt, wie es zur Sucht kommen kann. Entstehungsursachen liegen zum einen in der Person des Jugendlichen selbst: er ist noch keine gefestigte Persönlichkeit oder er will sein Erwachsensein demonstrieren bzw. sich von den im Elternhaus geltenden Normen abgrenzen. Des Weiteren können Entstehungsursachen in der Umwelt des Jugendlichen, d.h. Gruppenzwang, Probleme in Familie und/oder Schule bzw. Beruf, liegen. Der Suchtprozess stellt sich wie folgt dar: An erster Stelle steht der Konsum bzw. der Genuss, gefolgt von einer positiven Einstellung gegenüber einzelnen Suchtmitteln, dann verstärkter Konsum bis hin zur Gewohnheit und an letzter Stelle der Missbrauch, der zur Sucht bzw. Abhängigkeit führt. Die Verantwortliche für Suchtprävention wies darauf hin, dass der Süchtige seinen Lebensmittelpunkt in der Sucht sieht und trotz körperlicher und psychischer Abhängigkeit sich keiner Krankheit bewusst ist. Obwohl und auch weil laut Frau Espach das Rauchen mehr Menschen tötet als Verkehrsunfälle, Aids, Alkohol, illegale Drogen, Mord und Selbstmord zusammen, wollte sie auf die Haschischproblematik eingehen. Rauchen und Haschisch bilden den Einstieg in die Drogenlaufbahn – wer nicht raucht, wird auch selten Haschisch konsumieren. Frau Espach appellierte an die Verantwortlichen aus den Vereinen, selbst als Vorbild für Kinder und Jugendliche zu dienen und ihrem im Beisein auf legale Drogen zu verzichten.

 

 

Diana Seebauer, die Stellvertretende Vorsitzende der Bayerischen Sportjugend (bsj), dankte Frau Antje Espach für den informativen Vortrag mit einem Blumenstrauß bevor sie zum zweiten Teil des Abendseminars mit dem Titel „Jugendbildungsmaßnahmen“ überging. Diana Seebauer ermunterte die Teilnehmer, sich mit den neuen Arbeitshilfen zum Thema „Jugendbildungsmaßnahmen“ vertraut zu machen, auch wenn der maximale Zuschuss nur noch 200 Euro beträgt. Positiv an der Änderung der Arbeitshilfe ist, dass mehr Sportpraxis erlaubt ist, es keine strikten Zeitangaben mehr gibt, d.h. dass Referate, Diskussionen und Übungen gemischt werden können und dass Lernziele frei formuliert werden können. Um Jugendlichen eine Ich-, Sozial- und/oder Sachkompetenz zu vermitteln, können Inhalte aus Politik, Sozial, Beruf, Ökologie, Religion, Kultur und Sport gewählt werden. Nicht gefördert werden reine Trainingslager. Der Verein, der neuerdings als Antragssteller fungiert muss die Teilnahme allen Kindern und Jugendlichen – unabhängig von Vereinszugehörigkeit – bis zum 26. Lebensjahr ermöglichen. Es müssen mindestens 10 und dürfen maximal 60 Teilnehmer sein, außerdem muss der Großteil der Teilnehmer aus Bayern stammen. Hinsichtlich Referent/Betreuer gilt: für fünf Teilnehmer ist maximal ein Referent förderungsfähig, des Weiteren erfordern 20 Teilnehmer mindestens einen Referenten. Die Verantwortliche der bsj wies darauf hin, dass die Veranstaltung grundsätzlich in Bayern durchzuführen ist. Eine Maßnahme muss mindestens sechs Stunden á 60 Minuten täglich dauern. Als förderungsfähige Kosten führte Diana Seebauer beispielsweise Fahrtkosten, Raummieten, Honorare, Kosten für notwendige Arbeits- und Hilfsmittel an. Die notwendigen Inhalte einer Ausschreibung sind: Veranstalter (Jugendleiter), Teilnehmerkreis, Titel bzw. Thema der Maßnahme, Ort und Zeit der Durchführung, Teilnahmebetrag und die Anmeldestelle. Die Unterlagen, die spätestens zwei Wochen nach der Veranstaltung bei Diana Seebauer eingereicht werden müssen, sind: Antragsformular, Teilnehmerliste, Kopie der Ausschreibung, Programm bzw. Bericht über die Maßnahme sowie Originalbelege. Diana Seebauer bedankte sich im Anschluss für die Aufmerksamkeit und das zahlreiche Erscheinen und wünschte den Vereinsmitarbeitern ein gutes Gelingen bei ihren etwaigen Veranstaltungen.

 

(Daniela Kraus)

 

 

 

zu den Berichten 2005

Upd2005-03-28