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Bei ausgefülltem Tagesprogramm neue Bekanntschaften geschlossen
Kinder aus den Sportvereinen Michelsneukirchen, Pösing und Eschlkam gemeinsam unterwegs
Die Bayerische Sportjugend (bsj) organisiert jedes Jahr den sogenannten "Multi-Cup". Im letzten Jahr nahm der SC-Michelsneukirchen die Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Eisstockschießen gleich mit in das Programm der Powerdays. Vielleicht trug unter anderem dies dazu bei, dass sich viele Kinder für diese Aktivitäten interessierten. Wer nun im Verhältnis zu seiner Vereinsgröße eine "Meistbeteiligung" nachweisen konnte, kam in den Genuss, einen Wochenendaufenthalt im Schullandheim Riedenburg zu gewinnen. So gingen insgesamt 50 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren aus drei Vereinen mit ihren Betreuern auf die "große Reise".
Pösinger Teilnehmer
Letzten Freitag war´s dann endlich so weit. Der Bus, sicher und zuverlässig von Sepp Schwarz gesteuert, traf pünktlich am vereinbarten Treffpunkt ein. Die Eschlkamer und Pösinger waren bereits an Bord, die 15 Michelsneukirchner Kinder verstauten gemeinsam mit dem Fahrer ihre riesen Reisetaschen im "Bauch" des Busses, bevor sie sich im angenehm warmen Bus - draußen wehte ein eiskalter Wind - ihr Plätzchen suchten. Die anfängliche Zurückhaltung legte sich bereits nach den ersten Kilometern und dann wurde geratscht, gekichert und bereits beraten, wer mit wem die Zimmer teilen wird.
Michelsneukirchner Teilnehmer
Am Zielort Riedenburg angekommen wurde die Unterkunft von den Neuankömmlingen genau in Augenschein genommen und mit dem Prädikat "super-cool" ausgezeichnet. Auch von den neurenovierten Zimmern waren die Kurzurlauber total begeistert. Nachdem die Kinder dann ihre Betten bezogen hatten - für den ein oder anderen dürfte es sich offensichtlich um eine Premiere gehandelt haben - versammelte sich die gesamte Mannschaft zum Abendessen im vorbereiteten Speisesaal. Die Betreuer, Monika Weigl, Maria Kores und Hans Weigl für die Pösinger, Petra und Hermann Breu für die Eschlkamer, Martin Standecker und Petra Kumpfmüller für die Michelsneukirchner, und Sepp, der Chauffeur, gesellten sich an einen Tisch. Am ersten Abend wurden die Neuankömmlinge noch verwöhnt und vor einer Arbeitseinteilung verschont. Monika Weigl, die diese Reise hauptsächlich organisiert und "ausgetüfftelt" hat, bereitete mit Petra Breu einige Kennenlernspiele und ein Quiz vor. Wer nicht so genau zuhörte, als sich die Betreuer einzeln, mit Körpergröße und -gewicht vorstellten, musste halt bei dem Beantworten der Quizfragen entweder raten, schätzen oder vielleicht nochmal vorsichtig nachfragen. Inzwischen hatten sich die Vereine untereinander schon gut angefreundet, und so war es kein Wunder, dass sich der "Zapfenstreich" schon weit über den Abend hinauszog.
Eschlkamer Teilnehmer
Am Samstag - nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht - war für 8 Uhr morgens das Frühstück angesagt. Die jeweils eingeteilten Helfer erledigten ihre Arbeiten, wie Geschirr zusammenstellen, Tische abwischen, Saal kehren, ohne Meckern und Murren und zur Zufriedenheit aller. Das Frühstücksbuffett bot für jedes Schleckermäulchen etwas, und so konnten sich die "Kurz-Zeit-Riedenburger" gestärkt auf das Erlebnis "Schulerloch" einlassen. Nach einer kurzen Busfahrt war noch ein ca. 15-minütiger Fußmarsch durch den Wald erforderlich, um an den Eingang der Tropfsteinhöhle, ehemals Wohnhöhle des Neandertalers und eiszeitlicher Tiere, zu gelangen. Gespannt und neugierig lauschten die kleinen "Höhlenforscher" den Erklärungen der Führerin. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis für Jung und Alt war sicherlich die totale Finsternis, als die Höhlenfrau das Licht ausknipste und es anschließend so leise wurde, dass man sogar das Wasser tropfen hören konnte.
Demonstration im Bauernhof-Museum
Nach dem Mittagessen, saftige Gockerlhax´n mit Pommes und viel Salat, ging´s schon wieder weiter zur nächsten Attraktion, zum Bauernhof-Museum. Dieses Museum hat sich zur Aufgabe gemacht, den Besuchern alte, nicht nur landwirtschaftliche Maschinen und Geräte in ihrer ursprünglichen Arbeitsweise vorzuführen. So legten die Kinder selbst mit Hand an bei der Herstellung von Seilen, konnten beim Drehen des Mühlsteins ihre Kräfte messen, und staunten darüber, wie zeit- und arbeitsintensiv zu Uromas-Zeiten das Waschen, Bügeln oder die Herstellung eines einfachen Fadens war. Frau Böhm, die Bäuerin des Hofes, ließ den Kindern aus 5 Litern Rahm noch selbst Butter produzieren. Diese wurde dann gleich im Anschluss mit frischem Brot auf seine "Verzehrtauglichkeit" geprüft. Frisch gestärkt und guter Dinge wurden die Mini-Bauern auf dem Hänger in den Wald kutschiert, durften nach Herzenslust - jedoch gut eingewiesen und unter Argus-Augen - mit einer alten Zugsäge einen bereits gefällten Baum in dünne Scheiben zerteilen.
Die jungen Waldarbeiter
Bevor am Abend noch die Osterkerzen gebastelt wurden, nahmen alle Kinder und Betreuer an einem Jugendgottesdienst teil. Als sich dieser Tag dem Ende zuneigte, konnte man dem ein oder anderen Kurzurlauber die Strapazen des Tages schon anmerken, und viele waren froh, ihr Nachlager zur entsprechenden Schlafenszeit aufsuchen zu können.
Am Sonntag war nach dem Frühstück Kofferpacken und "Großputz" angesagt. Sehr emsig und eifrig, jedoch nicht hektisch, waren die Schullandheimbesucher am Werke: Betten abziehen, alle Schränke ausräumen und die Sachen in den jeweiligen Taschen verstauen, Müll entsorgen, Boden kehren, und und und. Nachdem die vorbereiteten Lunch-Pakete verteilt und das Gepäck im Bus verstaut waren, wurde das vorletzte Reiseziel angesteuert. Vom Ortskern aus ging's zu Fuß den Berg hinauf zur Rosenburg. Dort befindet sich eine Falknerei.
Besuch in der Falknerei
Den Erklärungen des Falkners wurde zwar zugehört, aber so richtig spannend und aufregend wurde es erst bei den Flugvorführungen von Adlern, Falken, Bussarden, Milanen und Geiern. Es war schon ein tolles Bild zu beobachten, wieviele Köpfe auf Tauchstation gingen, als die Weißkopf-Seeadler oder anderes Federvieh ihre antrainierten Jagdflüge simulierten und äußerst knapp und gezielt über die Zuschauer hinwegsegelten. Die Wintertemperaturen hielten an diesem Tag Einzug ins Altmühltal und so waren alle Beteiligten froh, dass der Sepp mit der Reisekutsche schon draußen am Parkplatz, und nicht unten im Ort, auf sie wartete, um die Heimreise anzutreten. Die längste Holzbrücke Europas in Essing war die Kulisse bei der Brotzeit. Auf den letzten Kilometern zurück in die Heimat wurde der Himmel immer finsterer und in Michelsneukirchen erwartete die Heimkehrer ein heftiger Schneesturm.
"Tauchstation" beim Anflug eines Weißkopf-Seeadlers
Die Betreuer, sowie alle Kinder, waren sich einig, dass dieses Wochenende einmalig war und nur zu gerne wiederholt werden würde. Wer also das nächste Mal dabei sein möchte, soll unbedingt an den Veranstaltungen des Multi-Cups teilnehmen.
(Martin Standecker - SC Michelsneukirchen) |
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Upd2003-06-07 |
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