Sportjugend auf Gleichgewichtskurs

 

Koordinations- und Bewegungsschulung im Blickpunkt /

Traditioneller Spitzing-Aufenthalt der Sportjugend /

Viel Abwechslung in Theorie und Praxis

 

Cham. (cdk) Die Bayerische Sportjugend (bsj) des Landkreis Cham lud auch heuer wieder Verantwortliche für Jugendarbeit im Verein zu einer schon traditionellen Mitarbeiterschulung nach Spitzingsee ein. Vom 21. bis 27. Januar 2001 bildeten sich 57 Übungs- und Jugendleiter aus dem gesamten Landkreis Cham über „Kondition, Koordination und Teamfähigkeit der Sportler“ fort. Hubert Lauerer, Vorsitzender der bsj, Lehrgangsleiter Rainer Schmid, sowie die Mitglieder der Kreisjugendleitung Diana Seebauer, Peter Hickl, Bernhard Altmann, Birgit Daschner und Petra Schönberger boten den Sportlern wieder ein abwechslungsreiches, interessantes und lehrreiches Wochenprogramm im BLSV-Jugendheim in Spitzing. 

 

Nachdem Lauerer und Schmid die Teilnehmer am Anreisetag beim Abendessen (mit den schon obligatorischen Schinkennudeln mit Tomatensoße) begrüßt hatten, stellte „Hofnarr“ Bernhard Altmann die bsj-Crew in Form eines mittelalterlichen Hofstaates (König, Königin, Zofen, Ritter ) vor. Anschließend waren die einzelnen Vereinsvertreter an der Reihe, sich unter der Anleitung von „Königin“ Diana Seebauer gegenseitig anhand von Wäscheklammern, welche die Namen bekannter Paare wie Max und Moritz oder Romeo und Julia trugen, bekannt zu machen. Die Teilnehmer wurden anschließend in Gruppen eingeteilt und mussten gemeinsam einen Lückentext bearbeiten, der Informationen über das Spitzinggebiet, die Unterkunft und die Lehrgangsteilnehmer enthielt. Nach der Auswertung wurde eine Siegerehrung durchgeführt. Als Preise gab es für die einzelnen Teams „Gselchts, Käs oder Brot“. Als letzter Programmpunkt des Abends wurden die „Neuzugänge“ mit der „Spitzingtaufe“ in die Gemeinschaft der „Spitzing-Pilgerschaft“ aufgenommen. 

 

Die Sportpraxis für die Sportcracks aus dem Landkreis Cham bestand hauptsächlich aus alpinem Skifahren. Dabei meinte es der Wettergott mit den Chamern zunächst ganz besonders gut. Herrlicher Sonnenschein ließ die Herzen der Brettlfans höher schlagen. Allerdings waren die Schneeverhältnisse im Gegensatz zu den letzten Jahren nicht optimal, so dass die Skigruppen gegen Ende des Lehrgangs bei schwierigen Pistenverhältnissen extrem gefordert waren, ihr erworbenes bzw. aufgefrischtes Können unter Beweis zu stellen. Die insgesamt 57 Teilnehmer waren in verschiedene Leistungsgruppen eingeteilt und wurden durch die erfahrenen Skilehrer Markus Stocker, Jörg Willimayer, Gerhard Richter, Manfred Dietl, Josef Daschner, Werner Schell und "Bäbbäb" Josef Aschenbrenner hervorragend betreut. 

 

Am Montag Abend stand nun unter der Leitung von Peter Hickl das Gestalten einer Kerze mit verschiedenen Bildern und Schriftzügen aus farbigen Wachsblättern auf dem Programm. Dabei wurde der Kreativität der Teilnehmer freier Lauf gegeben. Einige erwiesen sich als wahre Künstler. Mit verschiedenen Motiven und Ideen entstanden großartige Einzelstücke. Der zweite Tag war ausgefüllt mit einer intensiven Schulung in den einzelnen Skigruppen. Christian Maier, Studienrat für Mathematik und Sport, eröffnete am späten Dienstagnachmittag die Schwerpunktthematik. Der Referent, der zur Zeit als Akrobatiklehrer tätig ist, gab mit einem einstündigen Theorieblock zur sportlichen Leistungsfähigkeit, im Besonderen zu den motorischen Hauptbeanspruchungsformen, den Rahmen dieses Themenkreises vor. Nach dem Abendessen folgte eine praktische Fundierung. Dabei wurden in erster Linie die koordinativen Fähigkeiten in den Vordergrund gestellt (siehe eigener Bericht).

 

Am Mittwoch stand wiederum die Schulung in den einzelnen Skigruppen auf dem Programm, wobei man mit zusehend schlechter werdenden Bedingungen zu kämpfen hatte. Christian Maier vertiefte in einem weiteren Theorieteil die gewonnenen Erkenntnisse des Vortages. Am Abend stand dann noch einmal die Schulung der koordinativen Fähigkeiten auf dem Programm. Maier zeigte am Beispiel des Rope-skippings (Seilspringen) methodische Übungsreihen auf. Mit einem Erinnerungsgeschenk, begleitet von „standing ovations“ der begeisterten Lehrgangsteilnehmer, verabschiedete Hubert Lauerer den Lehrgangsreferenten.

 

Ein Höhepunkt der Woche war die „alle Jahre wieder“ – kehrende Fackelwanderung zur Firstalm. Zu Fuß machten sich die Lehrgangsteilnehmer durch die wunderschöne Landschaft des Spitzinggebietes auf den Weg. Informiert und belehrt über die Sicherheitsvorkehrungen und die Aufsichtspflicht bei Sportveranstaltungen traten sie den Rückweg an, der wegen des eisigen Untergrundes ausnahmsweise ohne Schlitten erfolgen musste. Mit Neuschnee schmeichelte sich der Wettergott am Ende einer abwechslungsreichen Woche bei den Chamern ein und gewährte den Skifahrern eine krönende „letzte Abfahrt“. 

 

Beim obligatorischen Abschlussabend ließen die verschiedenen Skigruppen ihrer Kreativität noch einmal freien Lauf und trugen mit gelungenen Beiträgen wie „Wer wird Trinkionär?“, „Pressetermin“, „Casting am Spitzingsee“, „Spitzing-News“, „Vier Bretter für ein Halleluja“ zu einem großartigen letzen Abend in Spitzing bei. Bereichert mit einer Fülle neuer Eindrücke, versehen mit neuer Motivation und neuen Erfahrungen für die Jugendarbeit in ihren Vereinen traten die Chamer Übungsleiter am Samstagmorgen des 27. Januar die Heimreise an.

 

 

Sport macht Spaß – beim Spitzing-Lehrgang  der Übungsleiter ganz besonders (hier beim Jonglieren)

 

 

 

Der bsj-Hofstaat hielt wieder einmal Hof im BLSV-Jugendheim in Spitzing. 

 

 

Zirzensische Elemente in der Sportpraxis

 

Rope-skipping, Jonglieren, Partnerakrobatik - motivierende Übungsangebote für die Sportpraxis  / Sportpädagoge Christian Meier bei der bsj-Fortbildung 

 

Cham (cdk). Mit einer Arbeitsaufgabe für die Teilnehmer eröffnete der Sportpädagoge Christian Maier sein Referat. Es galt, ein Anspruchsprofil ihrer jeweilig hauptsächlich ausgeführten Sportart zu erstellen. Dies lieferte den Einstieg in die Thematik: „Welche konkreten motorischen Hauptbeanspruchungsformen sind für einzelne Sportarten wichtig?“ 

 

Begriffe wie Schnelligkeit, Schnelligkeitsausdauer, Maximalkraft, aktive Beweglichkeit wurden ausführlich analysiert und besprochen. Insgesamt wurden die motorischen Grundfähigkeiten Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit und Koordination mit ihren differenzierten Kombinationen und Ausprägungsgraden in eine durchgängige Struktur gebracht, ihre Trainierbarkeit untersucht und auf verschiedene Sportarten angewendet. Immer wieder lockerte der Referent die theoretischen Grundlagen mit praktischen sportartspezifischen Beispielen auf. Im praktischen Teil war Rope-skipping das Hauptthema. Den Interessierten wurden methodische Wege zur Einführung dieser neuen Art des Seilspringens vermittelt, Sprungtechniken mit dem Langseil sowie im Paarspringen dargeboten sowie eine Vielzahl von Spielideen für die szenische Arbeit aufgezeigt. 

 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Partnerakrobatik. Trotz „widriger“ Umstände – ein Speisesaal ohne Matten und mit Lampen als Hindernisse – wurden die Grundvoraussetzungen der Partnerakrobatik wie Vertrauen, Verantwortung, Teamarbeit, Situations- und Partnerwahrnehmung den Teilnehmern nahegebracht. War es als schwebendes Brett oder als Galionsfigur auf den Oberschenkeln des Partners – die Partnerakrobatik machte nicht nur Spaß, sondern förderte auch das Einfühlungsvermögen für den bzw. die Partner. Vervollständigt wurden die zirzensischen Künste mit einer Einführung in das Jonglieren. Themenübergreifend hingegen waren kleinen Spiele zur Partner- und Situationswahrnehmung sowie zur praktischen Teamfähigkeit. Passend zu diesen Stunden ist der Spruch:“ Wer selbst begeistert ist, kann auch begeistern.“ Mit viel Freude und Spaß wurden sogar spätabends Überstunden in Kauf genommen, um die eine oder andere Technik noch zu verfeinern oder in einer kleinen Show das Gelernte den anderen Teilnehmern vorzuführen. Der lang anhaltende Applaus bei der Verabschiedung des Referenten bewies, dass die bsj auch diesmal  voll den Geschmack der Lehrgangsteilnehmer getroffen hatte und die Wahl des Referenten Christian Maier ein Glücksgriff war.

 

 

Hubert Lauerer (re.) dankte Christian Maier (sitzend)  für die aufschlussreiche und kurzweilige Fortbildung. 

 

 

 

Partnergymnastik – eine Form zum freudvollen Üben im Sport.

 

 

 

 

Upd2002-08-27