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BSJ Cham in Spitzing
Mitarbeiterschulung machte mächtig Spass
Die Bayerische Sportjugend (bsj) des Landkreises hatte auch heuer wieder die Verantwortlichen für Jugendarbeit im Verein zur traditionellen Mitarbeiter- schulung nach Spitzingsee eingeladen. "Gemeinsam sind wir stark" war vom 23. Januar bis 29. Januar für 57 Teilnehmer, sämtliche Übungs- und Jugendleiter aus dem Kreis Cham, das Motto.
Hubert Lauerer, Vors. der bsj, Rainer Schmid, Lehrgangsleiter, sowie Diana Seebauer, Peter Hickl, Bernhard Altmann, Birgit Daschner und Petra Schön-berger (alle KJL) boten den Sportlern ein interessantes und lehrreiches Wochenprogramm im BLSV-Jugendheim Spitzing. Bereits am Sonntag mussten die Teilnehmer ihre Schneetauglichkeit unter Beweis stellen, da die Spitzingsee-straße nur mit Schneeketten befahrbar war und sich kleinere Probleme ergaben.
Hubert Lauerer und "Spitzingchef" Rainer Schmid begrüßten die Teilnehmer und leiteten die Schulungsmaßnahme ein. Nachdem sich die bsj-Crew vorgestellt hatte, konnten sich die Teilnehmer beim gegenseitigen Kennenlernspiel "Who is who", organisiert von Diana Seebauer, näher kommen. Durch sportliche Fachfragen zu örtlichen Begebenheiten, aber auch Lustiges im Quiz "Spitzing und bsj" wurde eine entzspannte Atmosphäre geschaffen, die die Zusammen- bzw. Mitarbeit der Aktiven erleichterte. Bernhard Altmann, der die Fragen heuer neu überarbeitet hatte, durfte dem Team "Heuler" mit einer Brotzeit zum Sieg gratulieren.
Die Sportpraxis bestand hauptsächlich aus alpinem Skifahren, wobei es der Wettergott mit den Chamern heuer besonders gut meinte. Die Teilnehmer wurden in verschiedene Leistungsgruppen eingeteilt und durch erfahrene Skilehrer, wie Marcus Stocker, Jörg Willimayer, Manfred Dietl, Josef Daschner, Werner Schell und Josef "Bäbbäb" Aschenbrenner, hervorragend betreut. Bernhard Auerhammer, Bildungsreferent des BLSV für Schule und Verein, eröffnete mit einem Kurzreferat den 1. Teil der Lehrgangsthematik zum Thema "Gemeinsam sind wir stark".
Der zweite Tag war ausgefüllt mit einer intensiven Schulung in den einzelnen Skigruppen. Am späten Nachmittag stand dann der 2. Seminarteil mit Bernd Auerhammer über Vereinsrecht, Sorgfaltspflicht, Aufsichtspflicht und Haft-ungsfragen auf der Tagesordnung. Bei der anschließenden Gruppenabeit wurden Fallbeispiele bearbeitet, die nach dem Abendessen gemeinsam ausgewertet und zusammengefasst wurden. Nächster Programmpunkt war die spielerische Schulung der Teamfähigkeit. Kreativ klang der Abend mit Bastelen von Window Colors unter der Leitung von Diana Seebauer aus.
Am Mittwoch machte die Skigruppe das Skigebiet Taubenstein unsicher und übte nachmittags den Einkehrschwung auf der Maxl Reimer Alm. Abends wurden die Window Malereien fortgesetzt, wobei deutlich wurde, dass die Sportler nciht nur auf den Fußballplätzen und in den Turnhallen zu überzeugen wissen.
Ein Höhepunkt der Lehrgangswoche war die schon traditionelle Fackelwanderung zur Firstalm. Die Lehrgangsteilnehmer wanderten durch die wunderschöne, tiefverschneite Landschaft des Spitzinggebietes. Informiert über die Sicher- heitsvorkehrungen und die Aufsichtsplicht traten sie den Rückweg in der Nacht mit dem Schlitten an.
Das Abschlussrennen durfte natürlich nicht fehlen. Alle Teilnehmer hatten einen Riesenslalomkurs zu bewältigen und wurden in neun verschiedene Gruppen eingeteilt.
Gemäß dem Lehrgangsmotto "Gemeinsam sind wir stark" wurden die Zeiten der Einzelfahrer addiert und durch die Anzahl der Läufer in ihrer Gruppe geteilt. Als schnellstes Team erwies sich die Gruppe "Schnecke", die sich knapp vor dem Team der KJL plazieren konnte.
Beim Abschlussabend boten die Skigruppen gelungene Beiträge wie "Spitzing News", "Radio Spitzing", "Ein Skilehrer im Himmel", "Skitaufe", "Spiele für Erwachsene" und "Gerichtsverhandlung". Mit einer Fülle neuer Eindrücke, neuer Motivation und neuen Erfahrungen für die Jugendarbeit in den Vereinen traten die Übungsleiter am Samstagmorgen des 29. Januar die Heimreise an.
"Gemeinsam sind wir stark"-Spiel zur Schulung der Teamfähigkeit
Seminar Teil I: Die Lehrgangsthematik für Spitzing 2000 war diesmal zweigeteilt. Was können die Vereine bzw. die Jugend- und Übungsleiter unternehmen, um auf die stark sinkenden Geburtenzahlen der kommenden Jahre zu reagieren. Laut dem Jugendhilfeplan für den Landkreis Cham haben die Vereine in der Zukunft größte Probleme ihre Mitgliederzahlen im Kinder- und Jugendbereich zu halten. Zudem ist bei den Jugendlichen eine grundlegend andere Einstellung bezüglich Vereinstreue bzw. Vereinsbindung zu beobachten. Speziell im Alter von 15 oder 16 Jahren kehren die Kids ihrem Verein immer öfter den Rücken. Die Bayerische Sportjugend versucht seit einigen Jahren diesem negativen Trend entgegen zu wirken. Aktionen wie "dem sozialen Talent eine Chance" oder die Ausbildung junger Clubassistenten sollen dazu beitragen, dass wieder mehr junge Vereinsmitarbeiter gewonnen werden können. Diese Problematik war Ausgangspunkt für die bsj im Kreis 3 Cham mit Bernd Auerhammer einen namhaften Referenten zu dieser Thematik zu verpflichten. Auerhammer ist Bildungsreferent beim Bayerischen Landessportverband in München und zuständig für die Bereiche Schule und Verein. Am Beispiel "Wie gestalte ich einen Jugendabend" zeigte er den begeisterten Lehrgangsteilnehmern wie man auf verschiedene Weise die Team- und Kooperationfähigkeit der Jugendlichen fördern kann. Ziel der Kennenlern-Spiele, so Auerhammer, ist es
anfängliche Hemmungen zu überwinden und eine positive Auswirkung auf die Gruppendynamik zu erreichen. Dies erleichtert die Kommunikation untereinander und schafft Vertrauen. Bei den sogenannten New Games (Interaktionsspiele) sind nicht Wettkampf und Konkurrenz sondern Kooperation und Vertrauen die entscheidenden Faktoren, die die Spielphilosophie dieser Interaktionen beeinflussen. Deshalb stehen vor allem Freude am Spiel, Spielerlebnis, Zusammenhalt unter den Mitspielern und Vertrauen im Mittelpunkt und nicht der Wunsch zu gewinnen. Die Prinzipien "spiel intensiv", "spiel fair", "tu niemandem weh" sind ein zentrales An-liegen der Konzeption. Die neue Art des Spielens bedeutet, in geschlechts-, alters- und leistungsheterogenen Gruppen zu arbeiten, kreativ und schöpferisch zu sein. Es gilt immer neue Varianten zu suchen, zu sammeln und zu erfinden, alte Spiele wieder zu entdecken, neue Spielgeräte zu nutzen. Anhand von vielen praktischen Beispielen zeigte der Referent Bernd Auerhammer den Lehrgangsteilnehmern Wege zur praktischen Umsetzung.
Auerhammer überreichte den Lehrgangsteilnehmern am Ende seiner Ausführungen ein Skript mit vielen praktischen Anregungen und ermunterte die Chamer Übungs-leiter die neu gewonnenen Kenntnisse bald in ihren Heimatvereinen anzuwenden.
Alles was (Vereins-)Recht ist
Im zweiten Schwerpunktthema referierte Bernd Auerhammer über die rechtlichen Grundlagen in der Vereinsarbeit. Dabei ging er ausführlich auf Sorgfalts- und Aufsichtspflicht sowie Haftung der Übungsleiter ein. Mit vielen praktischen Fall-beispielen erklärte Auerhammer den Chamer Übungsleitern rechtliche Grundlagen im Bezug auf den Umgang mit Jugendlichen. Dabei verlor er nie den Blick für die Realität und diskutierte mit den Übungsleitern aktuelle Vorkommnisse aus deren Vereinsarbeit. Nach dem Referat mussten die Lehrgangsteilnehmer die erlernten Erkenntnisse in die Praxis umsetzen. In verschiedenen Gruppen bearbeiteten die Teilnehmer ausgewählte Fallbeispiele und versuchten die teils sehr kniffligen und rechtlich komplizierten Beispiele zu lösen. Bernd Auerhammer beendete die Gruppenarbeit , indem er bei der gemeinsamen Auswertung viele praktische Tipps und Hilfestellungen gab. |
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Upd2002-08-27 |
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